 |
|
das aktuelle Wetter in Cochabamba |
Der Reisebericht
Seite 1 Seite 2 Seite 3 Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 7 Seite 8 |
| 7.09.2000 |
Tiahuanacu
Donnerstag haben wir einen Tagesausflug nach Tiahuanacu gemacht.
Zusammen mit anderen Touristen und einem englisch-sprechenden "guía" ging es früh am Morgen los. Nach einer Busfahrt über das Altiplano und einem Zwischenstop in einer fast ausgestorben wirkenden Ortschaft, in der La Paz ursprünglich von den Spaniern gegründet worden war, sind wir gegen 11 Uhr an den Ruinen angekommen.
Die Anlagen sind riesig und zeugen von der Macht dieser Kultur, die fast 1500 Jahre lang bis ca. 1200 nach Christus die Beherrschende in Lateinamerika war. Im angegliederten Museum und in den Ruinen selbst hat sich der "guía" viel Mühe gegeben, alles anschaulich zu erklären.
Die Tiahuanacu-Kultur war sehr astronomisch orientiert.
Davon zeugen heute noch das Sonnentor und das Mondtor, beide sehr groß und aus nur einem einizigen Stein hergestellt. Die Leistungen, die hier auf 4000 m Höhe vollbracht wurden, sind genauso unerklärlich, wie die Pyramidenbauten in Ägypten. |
| 8.-10.09.2000 |
Am Titicacasee
Nach einer weiteren Nacht in La Paz mußten wir umpacken. Das große Gepäck blieb im Hotel zurück und nur mit kleinen Rucksäcken bestiegen wir am nächsten Morgen einen anderen Linienbus. Ziel diesesmal: Copacabana am Titicacasee. Das dies ein eher touristisches Fleckchen in Bolivien ist, ließ sich schon allein aus der bunt zusammengewürfelten "Busgesellschaft" erahnen. Interessant war, dass zum Beipiel auch eine Schottin dabei war, die für ein anderes Strassenkinderprojekt in Cochabamba arbeitet und darüber einiges erzählen konnte.
Schon relativ bald war es möglich, die ersten Blicke auf den Titicacasee zu werfen. Doch bis Copacabana war es noch ein Stück. Ein Seearm musste überquert werden, um überhaupt auf die Halbinsel zu gelangen, auf der diese Stadt liegt.
Der Bus wurde dazu auf eine "Fähre" geladen, ein Holzbrett in Busgröße mit kleiner Reling und einem Außenbordmotor hintendran. Wir wurden mit kleinen Schiffen übergesetzt, allerdings nicht ohne die Schwimmwesten, die dafür vom bolivianischen Militär an alle Touristen verteilt wurden.
Nach einer am Ende recht hoppeligen Fahrt (Copacabana hat keine geteerten Straßen) waren wir angekommen. Elias machte sich erst einmal mit dem "guía" vom Vortag auf Hotelsuche, während wir auf der Plaza vor der ziemlich unbolivianisch wirkenden Kirche warteten.

Sie ist im maurischen Stil gebaut und macht die Stadt zu dem bedeutensten Wallfahrtsort des Landes. Besonders die Madonna wird verehrt.
Endlich waren wir richtig am See. Er ist blauer als alle Gewässer, die wir bisher gesehen haben. Und dabei so groß, 15 Grad wärmer und man würde nicht merken, daß es nicht das Meer ist!
Die einen haben sich ein bißchen im Ruderboot herumfahren lassen, die anderen sind gleich auf den Klippen geblieben und der Rest hat den Hügel bestiegen, der neben Copacabana liegt und vor allem wegen des Kreuzganges auf der Spitze von Bedeutung ist.

Besonders schön ist der Sonnenuntergang über dem Titicacasee,
die Himmelsrichtungen sind dabei irgendwie verwirrend.
Abends folgten wir dem Tip einiger Argentinier, die wir dort kennengelernt hatten und gingen in die kleine Kneipe, die sie dort betreiben. Das ist ein richtiger Rucksack-Touri-Treff, ich glaube, unser Elias war der einzige Bolivianer dort. Man findet enorm schnell Kontakt zu anderen Europäern, Live-Musik wird auch jeden Abend gemacht. Vor allem "Mutter Erde" wird in den Liedern inbrünstig verehrt (Pachamamaaaahh...).
Allerdings schließen die meisten Hotels in Copacababa schon gegen halb 11, so dass ein allzulanger Aufenthalt nicht möglich war.
Samstag sind wir mit dem Boot auf die "Isla del Sol" gefahren. Zwei Stunden waren wir von Copacabana aus unterwegs. Und da es vom Dach des Bootes eine viel schönere Aussicht gibt als im Boot unten, haben sich nach und nach die meisten mit Schwimmwesten hinaufgetraut. Die Sonneninsel war sehr bedeutend in der Tiahuanacu-Zeit. Auch dort gibt es noch Ruinenanlagen, auch wenn von den ursprüglich 9 Tempeln heute nur noch einer erhalten ist. Der "Heilige Fels" dort in Form eines Pumakopfes wurde von fast allen lateinamerikanischen Kulturen verehrt und gilt als Geburtsstätte der Inkas, die sich dort allerdings wegen der Übermacht der Tiahuanacenos nicht niederlassen konnten.

Daneben ist die Sonneninsel auch landschaftlich sehr schön, beim Wandern dort bieten sich von jedem der Hügel aus neuen faszinierenden Blick über den Titicacasee.
Am anderen Ende hat uns das Boot gegen Spätnachmittag wieder abgeholt, nachdem es endlich alle gefunden hatten (Auskünfte am Wegrand müssen nicht unbedingt korrekt sein) ging es zurück nach Copacabana. Hier war am Strand die Hölle los, Dutzende junge Wallfahrer-Gruppen waren dabei, einen Umzug durch die Stadt vorzubereiten. Nach dem Sonnenuntergang und einem gemütlichen Abendessen waren wir wieder in der kleinen Kneipe. Die Musik war diesesmal ein bißchen anders, die Leute fast die gleichen.
Schade, daß wir Sonntagmittag schon wieder zurück nach La Paz mußten. Der "Urlaub" am Titicacasee hat allen gut gefallen.
Vormittags war vor der Kathedrale in Copacacabana noch Automesse.
Die ganze Straße voller geschmückter Autos, die erst mit viel Alkohol und anschliessend ein wenig Weihwasser des Priesters gesegnet wurden. Es gibt schon lustige Bräuche in Bolivien...
|
| |
Seite 6 |
Seite 8 |
|  |